Zu Weihnachten: Hier gehts zu unseren Advents- und Weihnachtspredigten …

Diese sind zu finden unter dem Reiter Polit. Theologie – Predigten …

Und hier ein Gedicht zu Weihnachten – zugesandt von unseren österreichischen Genoss*innen von der ACUS:

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell (Jes 9,1)

Die Zerstreuung im Prisma des Wohlstandes

leugnet die Finsternis

macht blind für das Licht, das hell scheint. 

Längst ist die Langeweile

vertrieben von Flutlicht und Bildschirmgeflimmer,

das Winterdunkel gebannt aus den Strassen

von Lichterketten und Spots.

Längst sind dunkle Wege erleuchtet

durch die Magie der Bewegungsmelder

gegen Dunkelmänner, gegen das Gelichter:

Dem Volk, das im Finstern wandelt,

gilt das großmäulige Versprechen kontrollierter Sicherheit.

 

Das Licht scheint hell über denen,

die von Assur niedergetrampelt wurden,

tröstet der Prophet und verspricht: Gott bleibt nah –

hell für die nach Babylon Verschleppten.

Das Licht strahlt auf in Beth-lehem – Haus des Brotes,

aus dem Naomie vor dem Hunger floh

und zurückkehrte mit Ruth, der Moabiterin,

die einging in die Gnade Gottes

und die Ahnenreihe Jeshuahs.

Das Licht der Gegenwart Gottes flackert acht Tage lang

als letztes Öllämpchen der Menora

im von den Seleukiden entweihten jüdischen Tempel.

Es scheint fort im Chanukkafest des Judentums.

Es scheint hell für die, die im Finstern wandeln

unter der Besatzung Roms,

brutal unterworfen dem Versprechen

kontrollierten Friedens damals,

heute in den besetzen Gebieten – zerschnitten von einer Mauer,

der steingewordenen Illusion kontrollierter Sicherheit.

 

Das Licht scheint hell

über dem Feld  vor den Toren der Stadt

und strahlt auf im Gesicht des Neugeborenen

damals in Bethlehem

für die Hirten – von Glanz und der Klarheit Gottes berührt.

Ihnen wurde von Engeln der Friede zugesagt.

 

Das Licht scheint hell

über uns Handlangern der Finsternis,

wenn die  Liebe des Mensch gewordenen Gottes

uns umfängt und sicher hält.

 

© Verfasserin:  Mag.a Theol. Barbara Rauchwarter, ev. Theologin, Wien 2019