8. Mai – Tag der Befreiung – Wer nicht feiert hat verloren!

Als Deutschland am 08. Mai 1945 kapitulierte hatten die Deutschen ohne Kriegshandlungen über 13 Millionen Menschen umgebracht; durch Kriegshandlungen kamen weitere 33 Millionen hinzu. In den Wochen zuvor waren fast 1000 Konzentrationslager wie Treblinka, Buchenwald, Theresienstadt, Sachsenhausen, Ravensbrück und Bergen-Belsen von den Alliierten befreit worden. Ja, für die Überlebenden dieser Lager war der 8. Mai ein Tag der Befreiung. Aber der weitaus größere Teil der Bevölkerung empfand diesen Tag als Niederlage und Schmach, was sich bis in die 80er Jahre kaum änderte. Und hochrangige Nazis saßen über Jahrzehnte wieder in Amt und Würden.

Es war ein langer Prozess, bis wirklich eine Mehrheit der Deutschen den NS-Terror als das sah, was er ist und den 8. Mai als Befreiung begreifen konnte. Und nach 75 Jahren ist dieser Tag in Berlin endlich ein gesetzlicher Feiertag, wenigstens in diesem Jahr. Ja, wir sollten diesen Tag als „Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus“ feiern, auch wenn das damals für Spanien und Portugal und andere Staaten noch nicht galt und wir auch heute auf der Hut sein müssen. Wir sollten diesen Tag feiern, um damit ein deutliches Zeichen zu setzen gegen die Nationalist*innen in Deutschland und Europa und gegen Rassismus, Antisemitismus, gegen Homphobie und die Ausgrenzung Andersedenkender. Schon im Schwur der Überlebenden von Buchenwald vom 19. April 1945 heißt es

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Auch heute braucht es ein deutliches Zeichen gegen die neuen Rechten: „Ihr habt vor 75 Jahren verloren und ihr werdet auch heute nicht gewinnen!“

 

Fokke Bohlsen