Karfreitag: Wir trauern und leiden mit …

… mit unserem Bruder Jesus, unserem Rabbi, unserem Christus – das heisst: der Gesalbte, denn er trägt unsere Erwartungen auf Befreiung – bis heute wirkt diese in ihm verkörperte Zusage Gottes auf Befreiung.

Jesus starb den Foltertod, vor Gericht getrieben durch die Oberklasse im römisch besetzten Palästina, die sich in ihren Plänen und Privilegien durch die Jesusbewegung bedroht sah. Verurteilt durch den römischen Imperialismus, ans Kreuz geschlagen durch dessen Militär. Am Kreuz gelitten und den Foltertod gestorben.

In dem Gekreuzigten sehen wir die Vielen, die heutzutage in aller Welt gekreuzigt werden. In Myanmar, Hongkong, Syrien, in den lybischen Flüchtling-Camps, … – denn eine Bedeutungsebene des Kreuzes ist die des Zeichens der Folter und des Foltertodes Jesu.

Das Kreuz ist damit ein Zeichen für die Verfolgung, Unterdrückung und Ermordung so vieler Menschen durch die Jahrhunderte bis heute. Es waren und sind Menschen, die von einem anderen besseren Leben träumen, von einem Leben in einem gerechten Frieden. Menschen, die für eine andere Welt kämpfen. Menschen, die sich für Mitmenschen einsetzen und dafür teuer bezahlen.

Sie sind Widerstandkämpfer*innen, wahre Märtyrer und Heilige, die das Gerechte tun. Wir gedenken in Trauer ihrer wie auch unseres Bruder Jesu, dem Christus.

Eigenes Foto aus der Krypta der St. Clemens Basilika zu Hannover