Die Internationale Liga der Religiösen Sozialist*innen ILRS zum Israelisch-Palästinensischen Konflikt im Mai 2021

Die ILRS ist entsetzt und in größter Sorge über den Konflikt zwischen Israel und Palästina, der in den letzten Wochen eskaliert ist. In Anbetracht dessen

1. wertet die ILRS den Waffenstillstand nicht als Ende, sondern als Chance, die Bedingungen für einen Dialog zwischen den Parteien zu schaffen und einen solchen aufzunehmen.

2. Die ILRS trauert um die zivilen Opfer, die der palästinensischen und israelischen Bevölkerung nach Tagen sinnloser Gewalt und Zerstörung durch die Hamas und die israelische Armee zugefügt wurden.

3. Die ILRS ist dafür, die israelische Regierung zu drängen, ihre Politik der territorialen Ausdehnung durch Siedlungen einzustellen.

4. Die ILRS unterstützt das internationale Abkommen, das die beteiligten Parteien dazu bringen soll, den Vorschlag einer Zwei-Staaten-Lösung innerhalb der nächsten 5 Jahren zu verhandeln.

5. Die ILRS unterstützt einen Sonderstatus für die Stadt Jerusalem als Symbol des zivilen Friedens und des interreligiösen Dialogs unter dem Schutz der UNO.

6. Die ILRS ruft die Führer*innen der jüdischen, muslimischen und christlichen Religionen mit ihrer gemeinsamen historischen Wurzel als abrahamitische Religionen auf, sich aktiv für gegenseitigen Respekt, für Koexistenz und Frieden in der Region einzusetzen.

Schließlich unsere Position zu Antisemitismus: Wir lehnen den Angriff auf jüdische Gebäude und Menschen in Europa ab. Wir verurteilen Antisemitismus als eine Form der Fremdenfeindlichkeit und der unerträglichen Diskriminierung von Jüdinnen und Juden. Wir meinen jedoch, dass es nicht antisemitisch, sondern legitim und demokratisch begründet ist, die Politik der israelischen Regierung und der so genannten Siedlerbewegungen und ihrer politischen Parteien für illegale Gebietserweiterungen und Landbesetzungen zur Ausweitung des Territoriums des bisherigen Staatsgebietes anzuprangern.

ILRS Executive Committee, 21. Mai 2021