Grußworte zum 95. Geburtstag des BRSD

Grußworte zum 95. Geburtstag des BRSD  – wir bedanken uns herzlich bei unseren Geschwister- und Partnerorganisationen für ihre guten Wünsche!

Solidarität – ist die politische Form der religiösen Nächstenliebe!

Grußworte in der Reihenfolge des Posteingangs – bitte einfach nach unten scrollen!

ILRS Executive Committee – The President

Internationale Liga der Religiösen Sozialist*innen https://ilrs.net/

Mrs María Ángeles Sanz del Moral

ILRS (Cristianos Socialistas)

Sede PSOE

Ferraz, 70; 28008 Madrid (SPAIN)

 

Dear brothers and sisters,

On behalf of the ILRS it is a pleasure for me to congratulate you on your 95th anniversary.

It’s been a long long way since that far 2nd conference of Meersburg, in the 3rd congress when your organization began to walk led by the pastor Erwin Eckert.

It has been a long, but stimulating, motivating, exciting and challenging road, travelled by so many socialist brothers and sisters.

You have gone through many difficult times throughout your history, but your faith has always been your inspiration to grow in unity, solidarity, equality and ecology, something we at ILRS appreciate very much.

I hope and pray that we can celebrate together for many more years to come.

In the meantime, I hope to see you again at the next events we are organizing. I remind you of a seminar in Brussels with MEPs next autumn and our congress in Helsinki next spring. We would be honored to have you there.

From the bottom of my heart, I wish you all the best.

God bless you, dear friends, brothers and sisters,

  1. Ángeles Sanz del Moral

ILRS President

 

Kristne Arbeidere – President   https://www.kristnearbeidere.no/

Jan Rudy Kristensen

Pb. 8779 Youngstorget; 0028 Oslo; Norway

 

CONGRATULATION

Kristne Arbeidere (The Christian Socialistic Democratic movement) in Norway is congratulating Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands with its 95th Jubilee.

For many years our two organizations have shared a common goal working for peace and international understanding as members of the International League of Religious Socialist.

We hope and pray that BRSD will continue to be a strong voice in the discussions about socialism, religion and democracy in many years to come.

Jan Rudy Kristensen

President

 

Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Christ*innen – 1. Vorsitzender   https://www.die-linke.de/partei/parteidemokratie/weitere-zusammenschluesse/bag-linke-christinnen/

Prof. Dr. Franz Segbers

Karl-Liebknecht-Haus; Kleine Alexanderstraße 28; 10178 Berlin

 

Geburtstagsgruß Bund der Religiösen Sozialisten zum 95. Jahr ihrer Gründung

Wir erleben gerade, wie zwei wichtige Lesarten der Welt rasant Bedeutung für das Leben der Menschen verlieren. Der Sozialismus, wie er real existiert hatte, war 1989 in sich zusammengefallen und die gesellschaftliche Linke schwächelt. Ihr laufen die Wähler*innen davon. Und viele Tausend kehren den Kirchen den Rücken zu. Das Wort Sozialismus ist besudelt und die Kirchen sind tief in Skandale verstrickt. Und doch: Das Erbe des Christentums mit seiner Befreiungsbotschaft für die Geschundeten und Beleidigten dieser Erde ist stärker und die Hoffnung des Sozialismus ist nicht durch den real existierten Sozialismus endgültig blamiert. Bischof Romero oder Martin Luther King stehen für ein anderes, befreiendes Christentum wie Rosa Luxemburg für einen anderen Sozialismus. Wir kennen ihre Lieder, ermutigenden Worte und Taten. Sie sind uns wichtig. Wir halten sie wach und in Erinnerung. Sie stehen für eine Grundüberzeugung, die vom real existierenden Christentum und dem real existierten Sozialismus nie besiegt werden konnte. Sie lehren uns, die Welt aus der Perspektive der Leidtragenden zu lesen und ermutigen, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx). Der Bund der religiösen Sozialisten bleibt seit 95 Jahren unverdrossen dieser verpflichtenden Lesart der Welt und ihrer Geschichte treu. Der Bund der religiösen Sozialisten hält die Sehnsucht und die Hoffnung auf ein Leben ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, ein Leben in Freiheit und in Frieden wach. Gratulation zu dem langen Atem! Auch wenn so Vieles momentan gegen Sozialismus wie gegen das Christentum zu sprechen scheint, es darf wegen der Opfer der Kapitalismus nicht untergehen, wofür Christ*innen und Sozialist*innen eintreten, auftreten und kämpfen. Was ist, wenn niemand mehr ihre verbindlichen Texte kennt und niemand mehr mit diesen Texten die Welt liest? Wer träte dann für die Erniedrigten, die Beleidigten der Welt auf?

Prof. Dr. Franz Segbers, 1. Vors. der Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Christ*innen

 

Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD – Sprecher_innen    https://ak-christen.spd.de/

Kerstin Griese MdB

Dr. h.c. Wolfgang Thierse

Willy-Brandt-Haus; Wilhelmstr. 141; 10963 Berlin

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

persönlich und im Namen des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD (AKC) senden wir Euch herzliche Grüße zum 95-jährigen Bestehen des Bundes der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten!

Seit jeher fühlen wir uns als AKC dem BRSD verbunden – und so freuen wir uns mit Euch an Eurem großen Jubiläum. Seit seiner Gründung kämpft der BRSD an der Seite der Arbeiterbewegung. Es waren Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten, die mutig die Stimmen gegen Militarisierung und Krieg erhoben. Im Aufstehen gegen die Deutschen Christen und die Vereinnahmung der Religion durch die Nazis hat der Bund sich große Verdienste erworben.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten erinnern uns, wenn wir an Euch denken, an die Zeit nach dem Krieg, als die SPD in den fünfziger Jahren mit dem Godesberger Programm ihr Verhältnis zu den Kirchen positiv bestimmte. Dass dies möglich war, lag auch an den vielen Brücken, die der BRSD zwischen Christentum und Sozialismus über Jahre gebaut hatte. Der religiöse Sozialismus ist im tiefen Glauben verankert und fragt von dort aus, was Glauben konkret für die soziale Wirklichkeit bedeutet. Das treibt auch uns Christinnen und Christen in der SPD an: Auch uns ruft unser Glauben in die Verantwortung für die Gesellschaft.

Auch heute kämpfen BRSD und die Sozialdemokratie für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit euch. Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft und Gottes Segen für Eure Arbeit!

Herzlichen Glückwunsch zu Eurem 95-jährigen Bestehen. Wir senden euch im Namen des gesamten Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD

Solidarische Grüße

Kerstin Griese, MdB und Wolfgang Thierse, Bundestagspräsiden a.D.

 

Religiös-Sozialistische Vereinigung der Deutschschweiz (RESOS)   https://www.kirchgemeinde.ch/kg/resos/

Für den Vorstand: Verena Keller

Gartenhofstrasse 7; 8004 Zürich; Schweiz

 

Grusswort zum 95. Geburtstag des Bundes der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten

Lieber BRSD, wir RESOS gratulieren Dir sehr herzlich zu Deinem 95. Geburtstag!

Im Geiste von Leonhard Ragaz bist du die jüngere Schwester unserer Bewegung!

Ihr religiös-sozialistischen GenossInnen habt Euren Bund 1926 in Deutschland geschlossen. Wir religiös-sozialistischen GenossInnen haben unsere Vereinigung 1906 in der Schweiz gegründet. Uns trennen nur der Altersunterschied von 20 Jahren und die Landesgrenze. Wir haben die gleichen Wurzeln und das gleiche Ziel. Es ist die Reichgotteshoffnung von Leonhard Ragaz! Diese Hoffnung hat uns in all den Jahren, ob Krieg oder Frieden herrschte, über die Landesgrenzen hinweg verbunden. Ihr habt in den vergangenen 95 Jahren mehr durchgemacht als wir. Ihr musstet zwölf Jahre gegen den Nationalsozialismus kämpfen, den sechs Jahre dauernden Zweiten Weltkrieg mit anschliessender Hungersnot überstehen und die 40-jährige Spaltung Deutschlands überwinden! Wir SchweizerInnen sind wie auf einem Luxusdampfer durch den Ozean des Elends geglitten und haben von den Erschütterungen ringsum nur wenig gespürt. Leonhard Ragaz war unser Mahner. In Wort und Tat hat er uns gelehrt, wie wir unsere Schweiz erneuern könnten, damit sie zum Segen wird für Europa. Für seine Überzeugung als religiöser Sozialist und Pazifist wurde er von der Mehrheit der Schweizer BürgerInnen als naiver Idealist belächelt oder als ideologischer Feind bekämpft. Jetzt sind wir an einem Punkt der gesellschaftspolitischen Entwicklung angelangt, wo es wiederum ausserordentlich schwierig ist, unsere religiös-sozialistischen Ideale zu verwirklichen.

Zum 95. Geburtstag möchten wir Eurem Bund zwei Gedanken des religiösen Sozialisten Martin Buber mitgeben, den Leonhard Ragaz in den Neuen Wegen 1928, als Ihr zwei Jahre alt ward, zitiert hatte. Es geht um die Begriffe Bund, Bindung, Verbindung:  

„Religiöser Sozialismus kann nicht Verknüpfung von Religion und Sozialismus bedeuten, so, als ob die beiden einen Vertrag miteinander geschlossen hätten, um ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Religiöser Sozialismus kann nur bedeuten, dass Religion und Sozialismus wesensmässig aufeinander angewiesen sind, dass jedes von beiden zur Erfüllung und Vollendung des eigenen Wesens des Bundes mit dem andern bedarf.  Die religio, die Selbstbindung der Menschenperson an Gott, kann ihre volle Wirklichkeit nur am Willen zu einer Gemeinschaft des Menschengeschlechtes gewinnen. Diese Gemeinschaft des Menschengeschlechts ist das Reich Gottes, das Er allein bereiten darf.“

Ragaz fügte hinzu: „Das Reich Gottes ist uns nicht verfügbar, dennoch ist es unsere Aufgabe, daran mitzuarbeiten. Den Weg des Sozialismus sehen wir als eine unserer Möglichkeiten, am Reich Gottes mitzuarbeiten.“

Auf diesem Weg in die Zukunft wünschen wir Euch weiterhin Stehen und Standhalten im Abgrund der realen wechselseitigen Beziehungen, sei es in der Beziehung mit dem Geheimnis Gottes oder in der Beziehung mit dem Geheimnis der Menschen.  

Segensreich auf diesem Weg sind die Begegnungen zwischen unseren Vereinigungen BRSD, ACUS und RESOS, wie wir es vor acht Jahren in Bregenz und vor vier Wochen in Rorschach erlebt haben!

Verena Keller

 

CfS- ChristInnen für den Sozialismus   https://www.chrisoz.de/

c/o Hartmut Futterlieb
Zur Linde 9; 36251 Bad Hersfeld

 

Liebe Genossinnen und Genossen vom BRSD

Einen herzlichen Glückwunsch zum 95. Jahrestag. Als eher protestantisch geprägte Schwestern-organisation könnte ihr auf eine lange Tradition zurückblicken, die von so bedeutenden Persönlichkeiten wie u.a. Leonard Ragaz, Paul Tillich oder Karl Barth geprägt wurde. Wie das bei uns auch ist, gab es von Anfang an keine bequemen Stühle, auf dem man in einem Saal von Großorganisationen sich ausruhen konnte. Die SPD und die KPD waren in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch Parteien mit sozialistischen Zielen, eingebettet in eine schlagkräftige Arbeiterbewegung. Und gerade die protestantischen Kirchen trauerten noch der abgedankten Monarchie nach. Es war also kein einfacher Weg, vor allem auch nicht für Menschen wie Erwin Eckert, die sich über die SPD hinaus auf die KPD zu bewegten.

Heute ist für manche das Wort „Sozialismus“ zu einem Tabu-Wort geworden, weil es missbraucht worden ist. Aber es ist doch nicht gelungen, die Alternative zum finanzmarktgetriebenen Kapitalismus aus unserer Sprache zu streichen. In unseren beiden Organisationen gilt es, weiterhin über das Ziel und über mögliche Wege nachzudenken. Und die religiösen Züge des Kapitalismus, seinen Fetischcharakter zu entschleiern. Dafür braucht es Orte und Möglichkeiten. Der BrSD und CfS sind solche Orte.

Mit christ-sozialistischem Gruß

Hartmut Futterlieb

 

Kristillisten sosialidemokraattien liitto – Vorsitzende   https://kristillisetsosialidemokraatit.yhdistysavain.fi/

Tarja Kantola

 

Kristillisten sosialidemokraattien liitto (Verband Christlicher Sozialdemokrater Finnlands) gratuliert unser ILRS-Zusammenarbeitspartner Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten (BRSD) auf ihre 95 Tätigkeitsjahre.

Es wird gesagt, daß Finnland das meist lutherisches Land der Welt ist. Es bedeutet, daß die Gedanken des deutschen Reformators Martin Luther stark in unserem Land bewirkt haben. Wir haben unsere Gesellschaft an seine Lehre der zwei Regimente gebaut: Die weltliche Gesellschaft soll Gottes Liebe auf der Welt verwirklichen.

In Solidarität

Kristillisten sosialidemokraattien liitto ry

Finnland

Tarja Kantola, Vorsitzende

 

Rosa-Luxemburg-Stiftung    https://www.rosalux.de/

Koordinatoren des weltanschaulichen Dialogs der Rosa Luxemburg Stiftung

Cornelia Hildebrandt und Jürgen Klute

Straße der Pariser Kommune 8A; 10243 Berlin

 

Geburtstagsgrüße an den Bund der Religiösen Sozialisten zum 95. Jahr ihrer Gründung

Religiöse Sozialisten feiern ihren 95. Geburtstag – ein Anlass, sie zu würdigen, als einer wichtigen Bewegung, die Christentum und Sozialismus zusammendenkt und trotz allem an der Idee einer gesellschaftlichen Alternative nach ihrem staatssozialistischen Scheitern festhält.

Sozialismus heute zu denken, heißt dessen Erbe angesichts neuer Herausforderungen zu befragen für eine Welt, in der jede und jeder selbstbestimmt in sozialer Sicherheit, Frieden, Demokratie und in Würde leben kann.

Die LINKE verweist in ihrem Programm auf die Traditionen der Demokratie und des Sozialismus, der Kämpfe für Menschenrechte und Emanzipation, gegen Faschismus und Rassismus, Imperialismus und Militarismus. Sie will gesellschaftliche Verhältnisse überwinden, in denen Menschen ausgebeutet, entrechtet und entmündigt und in denen ihre sozialen und natürlichen Lebensgrundlagen zerstört werden. Sie will – auch in Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte – den demokratischen Sozialismus aufbauen, in der die wechselseitige Anerkennung der Freiheit und Gleichheit eines jeden Einzelnen zur Bedingung der solidarischen Entwicklung aller wird.

Dies bedeutet jedoch auch, die weltanschauliche Diversität linker Akteure als Stärke zu verstehen, als Ressource produktiv zu nutzen in einer Gesellschaft, deren soziale, kulturelle politische Polarisierung voranschreitet und deren solidarische Praxen und auf Gemeinschaftlichkeit zielendes alternatives Handeln derzeit wieder an die Ränder gedrängt werden.

Am Sozialismus festhaltend eine Politik der Gerechtigkeit durchzusetzen, wird nur möglich, wenn die Kämpfe der Vielen für eine andere Welt die wirkliche Vielfalt der Kämpfenden zusammen bringt. Die Religiösen Sozialisten stehen seit Jahrzehnten für einen solchen Kampf. Hier die Brücken zwischen den Linken zu stärken, richtet sich vor allem an die Adresse der politischen Linken. Denn daran sei mit Emil Fuchs erinnert: Christen können Marxisten helfen, Karl Marx zu verstehen, um eine sozialistische Gesellschaft wirklich demokratisch zu konzipieren.1

Jürgen Klute, Cornelia Hildebrandt
Koordinatoren des weltanschaulichen Dialogs der Rosa Luxemburg Stiftung

 

1   Michael Brie und Klaus Fuchs-Kittowski (Hrsg.) Ringen um Gerechtigkeit im Weltanschaulichen Dialog im Andenken an den Christen, Sozialisten und Antifaschisten Emil Fuchs https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/rls_papers/Papers_1-2017_Ringen_um_Gerechtigkeit.pdf