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Aktuelles

Vor dem großen Knall

Die gegenwärtige Entwicklung in Sachsen-Anhalt stellt deshalb nicht nur die demokratischen Parteien vor eine Entscheidung. Sie stellt auch Christinnen und Christen vor die Frage, wann aus ihrem Glauben politischer Widerspruch erwächst. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat gezeigt, dass ein späteres Bekenntnis eigener Versäumnisse den rechtzeitigen Widerspruch nicht ersetzen kann. Die Stuttgarter Schulderklärung von 1945 bleibt gerade deshalb eine Mahnung: Das Problem bestand rückblickend nicht allein darin, dass Christen Falsches getan hatten, sondern auch darin, dass sie nicht entschieden genug widersprochen hatten, als Widerspruch noch möglich gewesen wäre. Christliche Verantwortung in der Demokratie bedeutet deshalb nicht Parteipolitik von der Kanzel und ebenso wenig eine religiöse Überhöhung bestimmter Koalitionen. Sie bedeutet aber, dort eine unmissverständliche Grenze zu ziehen, wo die gleiche Würde und gleiche Zugehörigkeit von Menschen in Frage gestellt werden. Sie verlangt, nicht erst auf die Katastrophe zurückzublicken, sondern die Entwicklung wahrzunehmen, solange sie politisch gestaltbar ist.

Wilhelm Schwendemann/York Breidt/Christian Stahlmann/Anna Sophie Verständig in Verbindung mit York Breidt, Norbert Krüger und Silke Trillhaas: Gesicht zeigen gegen Antisemitismus. Antisemitismusprävention in Sekundarstufe I und II, (calwer materialien Anregungen und Kopiervorlagen) Stuttgart 2. überarbeitete und ergänzte Auflage 2026,  144 S., 28 Euro

Gerade weil seit dem Ersterscheinen dieser Unterrichtsmaterialien im Jahr 2025 der Antisemitismus – „das Gerücht über die Juden“ (Th. W. Adorno) – in unserer Gesellschaft noch zugenommen hat, ist die nun nach nur einem Jahr erschienene erweiterte Neuauflage dieses Materialbandes ein kleines Anzeichen der Hoffnung. Der hiermit Lehrkräften angebotene wichtige, da gelungene (religions-)pädagogische Baustein, um […]

Muss ein Christ Sozialist sein?

Artikel in der Bistumszeitung „Konradsblatt“ (Bistum Freiburg) Nr. 28 vom 12.07.2026 zu unserem Jubiläum

Herzlich Willkommen auf den Seiten des BRSD e.V.

Der Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands e.V. (BRSD, anfangs: Bund religiöser Sozialisten Deutschlands) ist eine ökumenisch offene Organisation von religiösen Menschen – Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfession, die für eine sozialistische und damit demokratische Gesellschaftsordnung eintreten.

Der Bund wurde 1926 gegründet, in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 verboten und 1948 in Westdeutschland neu gegründet.

Termine

100 Jahre Bund der religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands

Tagung in der Akademie Bad Boll 16. und 17.10.2026

Link zur Veranstaltung auf der Seite der Akademie Bad Boll, dort auch Anmeldung und weitere Informationen:

https://www.ev-akademie-boll.de/programm/jubilaeumstagung-100-jahre-bund-der-religioesen-sozialistinnen-und-sozialisten-deutschlands-brsd/

100 Jahre Einsatz für Glaube und soziale Gerechtigkeit: Der Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands (BRSD) blickt auf ein Jahrhundert voller politischer Transformation zurück. Diese Tagung fragt nach der Zukunft eines religiös geprägten Sozialismus im 21. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen historische Kämpfe, aktuelle Herausforderungen – etwa die Spannung zwischen Rüstungsausgaben und Sozialstaat – sowie visionäre Perspektiven für eine solidarische Gesellschaft. Einladung zur Reflexion und zum gemeinsamen Gespräch über die Verbindung von Glaube und politischer Veränderung.

Der Geist der Gewalt ist so stark geworden,
weil die Gewalt des Geistes so schwach geworden ist

-Leonhard Ragaz

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