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KONVIVIALISMUS für ein besseres Zusammenleben

20.3.2023

Wer kann unsere Resolution vom 26.10.2020 unterstützen?

Zur Sache:

Bezug auf „Das konvivialistisches Manifest“ (Adloff – Leggewie 2014) in Kurzform
(Börngen 2020, siehe auch www.igfstuttgart.de  und nachfolgender Text).

Im Rahmen einer Power-Point-Präsentation beim Regionaltreffen BRSD-Südwest am 26.10.2020 in Stuttgart, Dr. Ulrich Börngen, Stuttgart: Thema: „Menschentum mißachtender Kapitalismus“ (1932) – Folgen und Widerstand,  wurde verzögert und coronagemäß schriftlich praktisch einstimmig beschlossen:

 „Zur Vorlage beim BRSD Deutschland über Bundessekretär …
(Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands)
Auf dem Mitgliedertreffen des BRSD-Südwest in Stuttgart am 26.10.2020wurde einstimmig beschlossen, der BRSD möge sich mit der bedeutenden europäisch-globalen Initiative von französischen WissenschaftlernInnen und Intellektuellen, www.lesconvivialistes.fr, im Sinne einer
Zusammenfassung dieser Bewegung (Börngen, BoD 2020, S. 306)solidarisieren und diese Bewegung in Deutschland und weltweitunterstützen.“

Die Diskussion ist eröffnet – Was können wir daraus lernen UND uns engagieren?  (aus Börngen 2023, S. 168-169)

Ulrich Börngen, Stuttgart,  ulboe.stgt@web.de

 

Persönliche legitimierte Zusammenfassung über

Adloff, Frank, Claus Leggewie: Das konvivialistische Manifest

Für eine neue Kunst des Zusammenlebens. transcript Bielefeld  2014,  S. 39-77.

“Es gibt schon ein richtiges Leben im falschen.” Konvivialismus – zum Hintergrund einer Debatte

Aus: Börngen, Ulrich: Christlich-Sozial gegen braune Überflutung und für den Menschen  1929-1933. In Erinnerung an meinen Vater, Dr. med. Horst Börngen, Halle/Saale.  BoD 2020,  Hardcover, ISBN 978-3-7519-4680-3, 308 Seiten, 15,00 €, E-Book 4.99 €   Seite 306-308

 

Alle … wertvollen Elemente [der Jahrhunderte] sollten so schnell wie mög­lich zusammengetragen und in einer Weise erklärt werden … [um], ihre Kräfte und Energien zu bündeln und ihre Ge­meinsamkeiten hervorzuheben.“

„Gemeinsam ist ihnen die Suche nach einem Konvivialismus einer Kunst des Zusammenlebens (con-vivere), die die Beziehung und die Zusammenarbeit würdigt und es ermöglicht, einander zu widersprechen, ohne einander niederzumetzeln, und gleichzeitig für einander und für die Natur Sorge zu tragen.“  „Angestrebt … [wird]  eine dauerhafte, sowohl ethische, ökonomische, ökologische wie politische Grundlage des ge­meinsamen Lebens … Gesucht wird sie unter Berufung auf das Heilige, sowohl in den ur­sprünglichen Religionen als auch in den großen Weltreli­gionen oder den Quasi-Religionen: Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Judentum, Christentum, Islam. Gesucht wird sie auch unter Berufung auf die Ver­nunft in allen großen Philosophien oder in den weltlichen und humanistischen Morallehren. Und gesucht wird sie schließlich unter Berufung auf die Freiheit in den großen politischen Ideologien der Moderne: Liberalismus, Sozialis­mus, Kommunismus oder Anarchismus.“

„Das wachsende Unvermögen der Parteien und der politi­schen Institutionen, sich den Problemen unserer Zeit zu stellen … , erklärt sich aus der Unfähigkeit, das demokratische Ideal neu zu definieren“. „Seit Anfang der 1980er Jahre setzt sich …  im Bereich der Wissenschaft und Philosophie eine rein ökonomische Sicht der gesellschaftlichen und sogar der natürlichen Welt durch. Seitdem ist …  der Zerstörung aller so­zialen und politischen Regulierungen zugunsten der allei­nigen kommerziellen Regulierungen Tür und Tor geöffnet … Nach und nach sehen sich auch alle Bereiche des Da­seins bis hin zu den Affekten und den Freundschafts- oder Liebesbeziehungen einer buchhalterischen, technischen und betriebswirtschaftlichen Logik unterworfen … Wenn das einzige legitime und gesellschaftlich an­erkannte Ziel der Menschen, dasjenige, das alle anderen beherrscht, darin besteht, sich soviel wie möglich zu bereichern, darf man sich nicht wundern, dass überall in der Welt durch zunehmende Absprachen der politischen und Finanzklassen ein Klima immer größerer Korruption ent­steht.“

„Es geht darum, einen neuen, radikalisierten und erweiterten Humanismus zu erfinden, und das bedeutet die Entwicklung neuer For­men der Menschlichkeit.“  So ist „Konvivialismus … die Bewegung ihrer gegenseitigen Befragung, die auf dem Gefühl der extre­men Dringlichkeit angesichts der möglichen Katastrophe beruht. Er will das Wertvollste jeder der überkommenen Lehren bewahren. Was ist das Wertvollste? … Auf diese Frage kann – und darf – es keine eindeutige Antwort geben.“ „Die einzige legitime Politik ist diejenige, die sich auf das Prinzip einer gemeinsamen Menschheit, einer gemeinsa­men Sozialität, der Individuation und der Konfliktbeherrschung beruft.“

Interessanterweise wird, vor den UN-Menschenrechten, auf die Erklärung von Philadelphia verwiesen, „in der 1944 die Ziele der Internationalen Arbeitsorganisa­tion (ILO) neu definiert wurden und die im Artikel II bestimmte: »Alle Menschen, ungeachtet ihrer Rasse, ihres Glaubens und ihres Geschlechts, haben das Recht, materiellen Wohlstand und geistige Entwicklung in Freiheit und Würde, in wirtschaftlicher Sicherheit und unter gleich günstigen Bedingungen zu erstreben.« Eine richtige Politik ist eine Politik der Würde.“

„Absolute Priorität hat die Senkung des CO2-Ausstoßes und die Nutzung der erneuerbaren Energien anstelle der Kernkraft und der fossilen Energien … Vorrangig ist der Kampf gegen die spekulativen Aus­wüchse der Finanzwirtschaft, die Hauptursache der kapitalistischen Maßlosigkeit. Daraus folgt, dass die Abkoppelung der Realwirtschaft von der Finanzwirtschaft verhindert werden muss, indem man die Banktätigkeit und die Finanz- wie die Rohstoffmärkte streng reguliert, die Größe der Banken begrenzt und den Steuerparadie­sen ein Ende setzt.“

„Das Gebot der Gerechtigkeit und der gemeinsamen Sozialität … bedeutet, die schwindelerregenden Un­gleichheiten zu beseitigen, die zwischen den Reichsten und dem Rest der Bevölkerung seit den 1970er Jahren explosionsartig zugenommen haben, und gleichzeitig … ein Mindesteinkommen sowie ein Höchstein­kommen einzuführen.“            

Ulrich Börngen, Stuttgart 2020,  ulboe.stgt@web.de

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