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“Das Böse scheint ausgemacht”

Der Theologe Eugen Drewermann spricht über den Krieg in der Ukraine und Wege zum Frieden. In der Botschaft Jesu sieht er die entscheidende Lösung.

Die Kirchen sind in einer dringenden Verpflichtung zu widersprechen. Die Botschaft Jesu lautet eindeutig: Nein zu einer Politik des Starkseins, die dem Anderen die eigene Art des Friedens diktiert. So ist der Frieden nie gekommen. Er kommt auch nicht nach dem nächsten Krieg. Auch nicht nach dem endlich richtigen Krieg. Es kann keine moralische Verantwortung zum Töten von Menschen geben. Es gibt im Vorlauf jeden Krieges diese Polarisierungen. Denn wir können Menschen guten Gewissens nur töten, wenn es gar keine Menschen mehr sind, wenn sie Ungeziefer sind, Unmenschen sind, wenn sie die Bösewichte schlechthin sind, die Inkarnation des Teufels. Wir dürfen dieser Propaganda, die Moral in ein Kampfmittel umwandelt, nicht länger glauben. Wenn sie wieder anfangen zu sagen „Wir sind die Guten“ und „Drüben sind die Bösen“, sind wir dabei, gründlich etwas falsch zu machen und uns selber zu verlieren.

https://www.evangelische-zeitung.de/kein-krieg-ist-gerechtfertigt/

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